Rückblicke / Berichte
Gotteshaus hat eine lange Geschichte
Nach verlässlichen Quellen lässt sich die Geschichte der St. Nikolaus Kirche in Lausheim bis in das Jahr 1617 zurückverfolgen. Dies nahm die Kirchengemeinde Lausheim zum Anlass, das diesjährige Patrozinium mit einem Fest zu feiern, das an die wechselvolle Geschichte der kleinen Kirche erinnern sollte.
Am Fest des Heiligen Nikolaus versammelten sich viele Gemeindemitglieder in der Kirche, um nach dem Festgottesdienst dem Vortrag von Norbert Scherble zu lauschen, der mit seiner Kirchenchronik ein Dokument erschaffen hat, das von der Geschichte ihrer Dorfkirche erzählt.Nikolaus ist nicht Weihnachtsmann
Die Eröffnungsfanfare spielte der Musikverein Lausheim unter der Leitung von Helmut Kaiser. Nach dem Nikolauslied "Was glänzen die Lichter im Gotteshaus" begrüßte Pfarrer Michael Klotz alle Gottesdienstbesucher mit Fragen zum Advent und dem Heiligen Nikolaus. Begegnet er uns heute noch im Alltag? In seiner Predigt ging er wieder auf den heiligen Bischof ein, der, wie jeder Schüler in Lausheim weiß, nicht mit dem Weihnachtsmann verwechselt werden darf. Nikolaus war ein Geistlicher, der zu einer dominanten Gestalt in der Adventszeit wurde. Er ist der Schutzpatron der Schüler und der Seefahrer. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden. Einer Legende nach, gelang es dem bei Myra im Mittelmeerraum lebenden Bischof, einen Seesturm zu stillen, weshalb er danach von den Seefahrern verehrt wurde. Eine andere Legende beschreibt, wie er ein getötetes Kind wieder zum Leben erweckt. Allgemein wird Nikolaus für seine caritativen Werke verehrt und wurde dafür nach seinem Tod heilig gesprochen. Er war für alle Menschen in der Not da und so soll die Kirche auch heute noch ein Ort sein, an dem, wie in einer großen Familie, jeder für den anderen Menschen da ist. Während der Messfeier sang der Frauenchor Lausheim unter der Leitung von Sonja Vosseler Lieder zur Adventszeit.
Nach dem Schlussgebet trug Norbert Scherble aus Lausheim die wichtigsten Stationen aus
der Geschichte der St. Nikolaus Kirche in Lausheim aus seiner Chronik vor. Die
Gottesdienstbesucher, unter denen sich auch Bürgermeister Joachim Burger
befand, hörten dem Vortrag interessiert zu.
400 Jahre Kirchengeschichte
400 Jahre lassen sich nicht in ein paar Minuten erzählen, begann der Referent seinen Vortrag, weshalb er sich auf das Wichtigste beschränken wolle. Doch dieses war so informativ, dass die Zuhörer vieles über die Kunstgeschichte des Baus und die Bedeutung der Kirche für Lausheim erfahren konnten, was sie zuvor noch nicht gewusst hatten. Die größte Arbeit an der Chronik leistete Norbert Scherble alleine. Bei einem Besuch im Bauamt in Konstanz half ihm Willi Graf aus Lausheim, die alten Dokumente, die noch in Sütterlin-Schrift verfasst waren, zu übersetzen. Grabungen anlässlich der Renovierung der Kirche 1968 führten ans Licht, dass es bereits vor der ersten schriftlichen Erwähnung 1617, drei Vorgängerkirchen in Lausheim gab. Die älteste Kirche stand vermutlich bereits im 10. Jahrhundert. Der älteste Teil, der bereits vor 1617 gebaut wurde, ist der Kirchturm, der ehemals ein Wachturm war. Wann genau er gebaut wurde, ist nicht bekannt. Brände zerstörten die drei Vorgängerkirchen, weshalb nur noch kleine Hinweise wie Ziegelfliesen im Eingangsbereich von ihrem Bestehen Zeugnis leisten können. Malereien mit dem Heiligen Nikolaus, die ebenfalls aus der Zeit vor 1616 stammen, lassen darauf schließen, dass die Kirche schon vor dem 15. Jahrhundert ein Wallfahrtsort war. Über diesen wird auch in schriftlichen Dokumenten berichtet. Angeblich wurde in der Kirche ein Messgewand des Heiligen Nikolaus in einer kleinen Seitenkapelle aufbewahrt.
Abt Martin Meister gab den Anstoß
Um 1600 entschloss sich der Abt von St. Blasien, Abt Martin Meister aus Fützen,
eine neue Kirche in Lausheim zu bauen. Die alte Kirche wurde daraufhin
abgerissen, nur die Nordwand und der Turm blieben erhalten. Die Kirche wurde im
Stil der Renaissance erbaut und mit Malereien ausgeschmückt. Im 18. Jahrhundert
wurden diese Malereien übermalt und dem damaligen Zeitgeschmack, dem
Spätbarock, angepasst. Die Wände wurden überstrichen, die Außenkanzel entfernt
und die Holzdecke wurde durch eine Gipsdecke ersetzt. Außerdem erhielt die
Kirche eine Orgel. Bereits vor der großen Restauration entdeckte man 1923 die
übermalten Seitenmalereien wieder. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde mit einer
umfassenden Restauration begonnen.
Der damalige Pfarrer Sturm setzte sich für eine Renovierung ein und erhielt nach
mühseligen Verhandlungen die Unterstützung des Bauamts. Damals bot die Kirche einen "trübseligen Anblick", in einem Inventarwerk des Landkreis Waldshut wurde von einem wertlosen Bau berichtet.
Wertvolle Materialien entdeckt
Daher war es eine große Überraschung, als unter der Gipsdecke die bemalten
Holzbretter wieder frei gelegt wurden. Sie gelten als der wertvollste Teil der Kirche. Aufgrund weiterer Malereien, die entdeckt wurden, entschied sich die staatliche Denkmalpflege, die Restauration finanziell zu unterstützen. Im Juli 1969 konnte sie beendet werden. Leider ist der Name des Künstlers aus dem 17.Jahrhundert heute nicht mehr bekannt. Doch seine Arbeit machte die LausheimerKirche zu einem Kleinod, wie es nur wenige Gemeinden in der Umgebung besitzen. Dem Besucher zeigt sich vor dem Chorraum am Triumphbogen die Darstellung des Weltgerichts und gibt einen Eindruck von der Bildgewalt großer Renaissancekirchen.
Die Zuhörer waren begeistert von dem Vortrag, durch den sie einen lebendigen Einblick in die Geschichte der Dorfkirche erhalten hatten. Auch Pfarrer Michael Klotz bedankte sich bei dem Referenten. Nach dem Segen nutzten die Gemeindemitglieder die Gelegenheit, bei einem kleinen Empfang mit Sekt, Kinderpunsch und Hefezopf, die würdevolle Atmosphäre in ihrer Kirche noch etwas zu genießen.
Gotteshaus weist wechselvolle Geschichte auf

Die Kirchengemeinde Lausheim feiert am Sonntag, 3. Dezember, Patrozinium zu Ehren des Heiligen Nikolaus. Dokumente belegen, dass die kleine Kirche vor etwa 400 Jahren in Lausheim erbaut wurde. Aus diesem Grund wird das Patrozinium diesmal besonders groß gefeiert, um die wechselvolle Geschichte der Kirche zu würdigen. Die Feierlichkeiten beginnen um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst. Der Frauenchor und der Musikverein Lausheim gestalten die Messfeier mit.
Im Anschluss gibt Norbert Scherble einen Rückblick auf die Geschichte der Kirche. Der Hobbyhistoriker aus Lausheim hat in mühsamer Arbeit Informationen über die Kunsthistorie des Baus, die Nutzung des Gebäudes und die Bedeutung der Kirche für die Lausheimer gesammelt und zusammengestellt. Nur wenige Details verriet er im Vorfeld im Gespräch mit der BZ. Er hofft auf viele Zuhörer, denen er mit seinem Vortrag die Geschichte der Kirche näherbringen möchte.
Das Kirchenschiff wurde zwischen 1616 und 1617 erbaut, der Kirchturm stand bereits vor dieser Zeit und war damals ein Wehrturm. Abt Martin Meister aus Fützen, der zum Kloster St. Blasien gehörte, ließ die Kirche errichten. Sie wurde im Renaissancestil erbaut und, wie es damals üblich war, mit vielen Malereien verziert. Im 18. Jahrhundert baute man die Kirche zu einer Barockkirche um. Die zahlreichen Malereien an den Wänden wurden weiß übertüncht und ein Altar im Barockstil aufgestellt. Erst bei der Renovierung von 1968 bis 1969 unter Pfarrer Josef Sturm wurden die ursprünglichen Wandmalereien wieder freigelegt. Dies war glücklicherweise noch möglich, da sie nur mit weißer Farbe bedeckt waren. So sind sie heute noch gut erhalten. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert hinein war Lausheim ein Wallfahrtsort. Weitere interessante Details finden in dem Vortrag von Norbert Scherble Erwähnung. Im Anschluss daran gibt es einen Stehempfang vor der Kirche zum Abschluss der Feier.
Die Kirche St. Nikolaus in Lausheim wurde vor rund 400 Jahren erbaut. An den alten Wehrturm, auf dem Foto über dem Kirchendach erkennbar, waren bereits die früheren Kirchen angebaut worden.
Waldgottesdienst an der Nussbachhütte
Anschließend luden das Gemeindeteam und die Lausheimer Jäger zu einem Apero ein.
Frauenchor Lausheim feiert 25-jahriges Bestehen

Die Gottesdienstfeier begann um 10.15 Uhr und wurde vom Frauenchor mit Liedern musikalisch umrahmt. Am Ende der Feier überreichte Pfarrer Olaf Winter an die Dirigentin des Chors, Sonja Vosseler, Blumen und dankte ihr für ihr Engagement. Er erinnerte in einer kurzen Ansprache an die Zeit der Gründung. Der Frauenchor Lausheim wurde 1991 gegründet. Damals gab es in Lausheim nach der Auflösung des Kirchenchores im Jahr 1961 keinen Kirchenchor mehr. Daher wandte der damalige Pfarrer Joachim Werner sich mit dem Vorschlag, in Lausheim einen Frauenchor zu gründen, an Sonja Vosseler aus Ewattingen.
Lausheim gehörte 1991 noch wie Ewattingen, Münchingen, Lembach und Blumegg zur Pfarrgemeinde Wutach. Pfarrer Werner wusste, dass einige Frauen aus dem kleinen Dorf gerne sangen, und er wusste auch, dass Sonja Vosseler im Kirchenchor Ewattingen sang und Notenkenntnisse besaß. Auf den Vorschlag hin besuchte die junge Frau schließlich einen Lehrgang der Erzdiözese Freiburg für Chorleiter in Rastatt. Der ersten Einladung folgten sogleich insgesamt 16 Frauen aus Lausheim. Derzeit singen 17 Frauen im Chor.


